Macht Ecodesign die Welt besser?

Ökologische Produktgestaltung ist in vielen Unternehmen angekommen, aber häufig noch kein immanenter Bestandteil der Produktentwicklung. Unternehmen, die allerdings Eco­design in ihren Markenkern und die Unternehmenskultur integrieren, haben zunehmend Erfolg. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Kaum eine andere Vokabel hat in den vergangenen Jahrzehnten eine solch steile Kar­riere absolviert wie der Begriff der Nachhaltigkeit. Genau 1987, exakt vor 30 Jahren, for­mulierte die „Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“, besser bekannt als Brundlandt-Kommission, in ihrem Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ die Eckpunkte einer nachhaltigen Entwicklung. Nachhaltig ist dem Bericht zufolge eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“

Neue Sichtweise
Der Begriff Nachhaltigkeit eroberte auch das Design. Keine andere Disziplin dürfte sich auch mehr dazu berufen fühlen.. Schon immer ging es Designern mehr als nur darum, einer Idee eine materielle Form zu geben, mehr als nur um Funktionalität und Emotionalität, sondern auch um die Zeichenhaftigkeit von Produkten. Dr. Christopher Turner, Direktor der London Design Biennale, brachte es vor einem Jahr präzise auf den Punkt. „Die Sprache des Designs versucht immer, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

In der Gestaltung liegt ohne Frage das größte Potenzial zur Ressourcenschonung. Laut Umweltbundesamt entstehen in der Produktplanungsphase 80 Prozent aller produktbe­zogenen Kosten. Ein ebenso großer Anteil der zu erwartenden Umweltauswirkungen entstehen ebenfalls hier. Ecodesign ist dabei aber weniger ein neues Verfahren, als eine neue Sichtweise, die den kompletten Lebensweg eines Produktes in den Blick nimmt. Der Gründer des weltweit führenden Teppichfliesenherstellers, Ray Anderson, formu­liert die Vision für Interface folgendermaßen: „Wenn wir erfolgreich sind, dann werden wir den Rest unserer Tage alte Teppichböden und andere auf petrochemischen Roh­stoffen basierende Produkte recyceln und Sonnenlicht in Energie umwandeln – ohne Abfälle auf Deponien zu entsorgen und Emissionen an das Öko-System anzugeben.“

Rechnet sich aber nachhaltiges- oder Ecodesign für Unternehmen? Gelingt der Spagat zwischen ökonomischen Anforderungen und ökologischen Visionen? Lassen sich mit ökologischen Produktdesign Wettbewerbsvorteile realisieren und das Image ver­bessern. Die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie kommt jedenfalls zum Schluss, dass immer mehr Unternehmen mit diesem Ansatz Erfolg haben. Allerdings hängt der von einigen Faktoren ab. Dazu zählen u.a. auch Entschlossenheit und Risikobereitschaft – zwei klassische Unternehmertugenden. Die Studie „Ökologisches Design als Qualitätskriterium in Unternehmen stärken können Sie hier herunterladen:
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2017-05-08_texte_35-2017_oekologisches-design.pdf

Erneut unter den Besten

Der Rat für Formgebung, Frankfurt, zählt mit seinem German Design Award für herausragende Produkte aus allen Bereichen zu den ersten Adressen für Design. Mehr als 5.000 Produkte reichten Unternehmen in diesem Jahr ein – auch König + Neurath mit der Stuhlfamilie AURAY und der Stahlmöbel-Serie ACTA FERRO. Beide Linien wurden jetzt für den German Design Award nominiert. Der AURAY zeichnet sich durch eine minimalistische Ästhetik sowie die fließende Linienführung des Aluminiumgestells und ausgesuchte, hochwertige Materialien aus. Der Klassiker ACTA FERRO, der 2016 komplett überarbeitet wurde, bestickt durch einzigartige Funktionalität und elegantes Design.

Weitere Informationen:


» zur Stuhlfamilie AURAY




» zur Stahlmöbel-Serie ACTA FERRO